Asylantrag abgelehnt – was tun?

Hilfe bei Asylrecht Titelbild

Sollte das Asylverfahren negativ enden und somit der Asylantrag durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) abgelehnt werden, wird der Asylbewerber zum Verlassen der Bundesrepublik Deutschland aufgefordert. Die Entscheidung über seinen Asylantrag wird schriftlich zugestellt und demzufolge auch begründet. Wird der Antrag abgelehnt, muss der Bewerber meist innerhalb eines Monats ausreisen. Ist der Asylantrag gar „unzulässig“ oder „offensichtlich unbegründet” und wird dahingehend abgelehnt, muss innerhalb einer Woche Zeit die freiwillige Ausreise stattfinden. Geschieht das nicht, droht eine Abschiebung. Das bedeutet, dass die Polizei und die Ausländerbehörde den Bewerber zuhause abholt und in das jeweilige Land zurückgeschickt wird.

Abschiebung droht – Wichtiges über Ausreisepflicht und Aufenthaltsrecht

In § 50 AufenthG ist die Ausreisepflicht geregelt: sollte der Asylbewerber keinen Aufenthaltstitel (sprich: Visum, Aufenthaltserlaubnis, Niederlassungserlaubnis oder Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EU) besitzen, muss er verpflichtend Deutschland verlassen. Sollte jemand unerlaubt eingereist sein oder wurde die Erteilung eines Aufenthaltstitels unanfechtbar abgelehnt, ist die Ausreisepflicht vollstreckbar. Das Gleiche gilt für eine negative Asylentscheidung des BAMF.

Gibt es keine Gründe für eine Verzögerung oder andere Hindernisse für die Abschiebung, wird die Ausländerbehörde abschieben. Bei der Ablehnung des Asylantrags ist eine Rechtsberatung in Sachen Asylrecht / Ausländerrecht in Anspruch zu nehmen.

Gegen die Ablehnung des Asylantrags klagen

Betroffene haben die Möglichkeit, gegen die Entscheidung des BAMF zu klagen. Dann würde das zuständige Gericht darüber entscheiden, ob Sie nicht doch Asyl, den Flüchtlingsschutz, subsidiären Schutz oder gar eine Aufenthaltserlaubnis aufgrund eines Abschiebungsverbots bekommen können. Ein Anwalt hat die Möglichkeit in einem vertraulichen Gespräch und nach Prüfung der Sachlage sagen, ob eine Klage sinnvoll wäre und welche Schritte einzuleiten sind.

Für einige Asylsuchende besteht die Möglichkeit, sich auch nach einer Ablehnung des Asylantrags in Deutschland aufzuhalten. Dies kommt zustande durch:

  • Duldung: Wird u.a. ausgestellt, wenn der Asylbewerber keine gültigen Reisedokumente besitzt. Familiäre oder gesundheitliche Gründe sowie eine berufliche Ausbildung würden unter gewissen Voraussetzungen eine Duldung ebenfalls rechtfertigen
  • Aufenthaltserlaubnis: Wird bei Eheschließung mit Deutschen / EU-BürgerInnen / aufenthaltsberechtigten Drittstaatenangehörigen oder der Geburt eines deutschen Kindes ausgestellt. Im Aufenthaltsgesetz finden sich zahlreiche weitere Gründe, wie z.B. wenn der Antragssteller mindestens 8 Jahre in Deutschland lebt, überwiegend selbst für seinen Lebensunterhalt aufkommt und über Deutschkenntnisse auf A2 Niveau verfügt
  • Asylfolgeantrag: Nach dem ersten Asylantrag könnte ein weiteres Asylverfahren sinnvoll sein. Besonders, wenn sich die Gegebenheiten im Herkunftsland deutlich verschlechtert haben oder wenn der Asylbewerber in der Zwischenzeit ernsthaft erkrankte

Bei einer einfachen Ablehnung haben abgelehnte Asylbewerber insgesamt zwei Wochen Zeit, um eine Klage einzureichen. Die Frist läuft genau ab dem Zeitpunkt, an dem der Bescheid zugestellt wurde. Bei einer Ablehnung als „unzulässig“ oder „offensichtlich unbegründet“ ist sogar nur eine Woche Zeit, um eine Klage beim zuständigen Verwaltungsgericht (via Einantrag) einzureichen. Über den Ablauf und alle weiteren wichtigen Informationen sollte beratend ein Rechtsanwalt hinzugezogen werden. Betroffene sollten im Fall einer Ablehnung unbedingt die Fristen beachten und sämtliche erhaltene Schriftstücke / Dokumente sicher aufbewahren.

Hilfe bei Klage und Eilantrag - Das können wir für Sie tun

Bei Ablehnung des Asylantrags muss innerhalb der jeweiligen Frist reagiert werden. Wird die Frist versäumt, führt dies meist zum Verlust des Asylrechts und eine Abschiebung ist die Folge. Es ist demzufolge ratsam, möglichst schnell und früh eine Beratung durch einen Rechtsanwalt zu suchen.

Wir bieten Beratungstermine mit unserer Fachanwältin für Asylrecht bzw. Ausländerrecht in unseren Vereinsräumen in Essen, Nordrhein-Westfalen, an. Interessierte können sich gerne telefonisch oder via E-Mail über Termine informieren.

Terminvereinbarung:

TEL: 0201-176790 (Mo-Fr. 08.00-17.00 Uhr)

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